Die Stadt am Bosporus hat(te) viele Namen: Byzanz, Nova Roma, Konstantinopel und Istanbul. Istanbul liegt auf sieben Hügeln auf zwei Kontinenten und stellt eine Verbindung zwischen Europa und Asien dar.
Die Ursprünge der Stadt gehen auf eine griechische Handelskolonie zurück, die nach dem mythischen Gründer Byzas den Namen Byzantion trug. Seit dem 2. Jh. v. Chr. gehörte sie zum römischen Reich. Bedeutung erhielt die Stadt, als Kaiser Konstantin den Regierungssitz von Rom hierher verlegte. Unter dem Namen Nova Roma wurde die neue Hauptstadt ab 330 mit Palästen und Foren ausgebaut und erhielt nach dem Tod des Kaisers den Namen Konstantinopel. Theodosius II. erweiterte während seiner Regierungszeit (408 - 450) das Siedlungsgebiet durch den Bau einer Landmauer. Nach dem vierten Kreuzzug unter Führung der Venezianer 1204 wurde Konstantinopel Hauptstadt eines lateinischen Kaiserreiches. Nach Rückeroberung 1261 begann die letzte Byzantinische Blütezeit unter den Paläologenkaisern. Im Jahr 1453 fiel das Gebiet nach langer Belagerung in die Hände der Osmanen. Sultan Fatih Mehmet II. zog als neuer Kaiser in die Stadt ein, aus Tin Polis wurde Istanbul.
Heute hat Istanbul ca. 16 - 18 Millionen Einwohner - ich habe bislang keine einheitliche Zahl gefunden :) - und eine West-Ost-Ausdehnung von fast 100 km.
Ca. 55000 Schiffe fahren jährlich an Istanbul vorbei. Der Bosporus gilt als eine der meist befahrenen und gefährlichsten Schifffahrtsstraßen. Etwa alle 10 Minuten fährt ein Tankerschiff durch die enge Wasserstraße. Sie ist 31 km lang, 660 bis 3000 m breit. Die engste Stelle liegt bei der Festung Rumeli Hisari. Hunderttausende überqueren täglich über die beiden Brücken oder auf den Fähren den Bosporus. In der Rush Hour kann die Überfahrt mit dem Auto über einer der zwei Brücken zwei Stunden dauern.
Ein großes Bauprojekt ist derzeit der Marmaray Tunnel. Dieser verbindet die europäische mit der asiatischen Seite in einer Länge von 1,4 km in 56 m Tiefe unter dem Wasser. Hierbei werden 11 Tunnelteile aus Beton versenkt. Die Fertigstellung war für 2009 geplant, jetzt aber wohl erst in 2014. Bei der Station Yenikapi wurden Überreste eines byzantinischen Hafens gefunden, so dass die Arbeiten behindert werden.
Cancelled, war in jenen Tagen das gefürchtete Wort eines jeden Reisenden. Nun raffte die Aschewolke die Reise einiger Mitglieder des Fotoclubs einfach so dahin. Alle hatten sich gefreut, viele Vorbereitungen seit einem Jahr getroffen. Wir hatten sogar sehr hilfsbereite Hände in Istanbul gefunden.
Als es am Freitag hieß, dass eine Aschewolke herannahen sollte und der Flughafen KölnBonn vorübergehend schließen werde, war es noch nicht allen klar, dass dies am Ende unseren Flug unmöglich machen würde. Die Zweifler sagten, oh weh, das wird nichts mehr, der Vulkan bleibt aktiv und suchten deshalb vorsorglich eine Hotlinenummer des Reiseveranstalters. Erste Rücktrittsgedanken kamen auf. Die Hoffnungsvollen: was macht das schon, bis Sonntagnachmittag ist noch Zeit, die Wolke sollte schließlich am Samstag wieder verzogen sein. So wurden - teils bedrückt, teils vergnügt - allseits Koffer gepackt, Akkus aufgeladen, die Fotoausrüstung zusammengestellt und gesäubert.
Der Samstag kam. Der Flughafen war immer noch geschlossen. Das war am Samstag beim Aufstehen gar kein gutes Gefühl mehr. Nach dem Besuch im Reisebüro traf ich beim Stadtspaziergang einige Reiseteilnehmer. Einige hätten am liebsten das Kofferpacken aufgeben wollen und anderen fiel ein, dass ein Bikini für alle Fälle in den Koffer gehört. Sozusagen als unerlässliches Kleidungsstück bei einer Fototour durch Istanbul :). Ich ging noch ein Geschenk für unseren Istanbulbegleiter besorgen, denn die Hoffnung stirbt zuletzt.
Zuhause angekommen mussten wir feststellen, dass das Flugverbot weiter um 6 Stunden nach hinten verschoben wurde. Da Hotlines bekanntlicherweise nicht sehr heiß sind, machten wir uns auf die Suche nach weiteren Informationsquellen. Das Reisebüro hatte nicht weiterhelfen können - wie auch, wenn die Sperrung des Luftraumes jeweils nach 6 Stunden neu beurteilt wird.
Die restlichen Sachen kamen in den Koffer, die Wohnung abreisebereit gemacht. Die Zeit ging gar nicht um, die Vorfreude auf den Urlaub bei allen ganz verschwunden. Der Flughafen war zunächst bis um 2.00 h gesperrt, dann bis 8.00 h Sonntag. ... um nach 23.00 h am Samstag erhielten wir vom SMS Dienst eine Nachricht: Der Flug wurde annulliert. ... Das wars also. Aber glauben konnte man das noch nicht so recht. Die einen gingen ins Bett um eine meist schlaflose Nacht zu verbringen, andere schauten Fernsehen, schrieben E-Mails oder riefen bei der Hotline an (um die Auskunft zu erhalten, dass man außerhalb der Geschäftszeit anruft). Im Laufe des Sonntagmorgens musste es auch der Letzte verstehen, dass keine Hoffnung mehr vorhanden war. Schade.
Aber wir lassen uns nicht unterkriegen! Wir starten neu!
Köln, 19.04.2010
Wir sind wieder da!
Auf dieser Seite wird mein Reisebericht mit Fotos entstehen. Allerdings braucht es noch Zeit, weil alle meine Fotos bearbeitet werden müssen, da sich auf dem Speicherchip etwas abgelagert hatte.
Nachdem unsere geplante Istanbulreise im Jahr 2010 in letzter Minute aufgrund der Aschewolke ausfiel, erwarteten wir gespannt die neue Reise im Mai 2011. Jedoch war das Schicksal uns erneut nicht sehr gnädig. Der Wetterbericht für Istanbul verhieß nichts Gutes und wurde von Tag zu Tag schlechter.
Zunächst waren wir gespannt, ob wir Abends im Hotel ankommen werden. Denn wir hatten keinen Transfer gebucht. Kurz bevor wir den Ausgang des Flughafens erreichten, wurden wir von den schreienden Mitarbeitern der Taxiunternehmen abgefangen. Der lauteste erhielt unserern Zuschlag und wir konnten mit unseren 12 Personen in zwei kleinen Bussen zum Hotel gebracht werden.
Am nächsten Tag ging es um 9.00 h los. Wir fanden die Haltestelle zum Hop on Hop of Bus und begannen die Stadtrundfahrt. Mühsam erkämpften wir hinauf auf die oberste Etage einen luftigen Platz, um bald wieder beim Dolmabahce Palast auszusteigen. Leider kam man nicht nah an den Palast heran, so dass wir schnell wieder in den nächsten ankommenden Bus einstiegen. Der nächste Ausstieg Edirnekapi war ebenfalls nicht das Highlight der Reise. Wir liefen an der aufgerissenen staubigen Straße entlang.
Nächster Halt war Kumkapi. Wir waren noch nicht ganz ausgestiegen, als wir das beste Lokal Istanbuls angepriesen bekamen. Hungrig nahmen wir dieses Erstbeste Angebot gerne an, der Inhaber witterte das beste Geschäft seines Lebens. Er schaffte riesige "Schaufische" herbei und präsentierte diese zur Freude der Fotoapparate am Tischende. Nun, man ahnt es schon, wir konnten bei der darauffolgenden Preisdiskussion keine Einigung finden. Wir nahmen das Essen von der Karte, die Begeisterung über unseren Besuch kühlte merklich ab.
Nach dem Besuch des Fischmarktes - da kennen wir nix - starteten wir eine zweite Runde mit dem Bus, indem wir einfach sitzen blieben. In Taksim stiegen wir aus und liefen über die Istiklal Caddesi. Einige blieben noch dort, andere stiegen wieder in den letzten Bus ein, wobei sich schwarze Wolken anbahnten. Die Voraussehenden setzten sich gleich unten ins Warme, die anderen unentwegt nach oben, schließlich war nun dort endlich mal richtig Platz, um zu fotografieren. Gemütlich war es oben ... man konnte auch schlafen ... es wurde windig, nass und kalt und dann sehr nass. Aber das kümmerte uns nicht, Hauptsache der Ausblick war frei und wir konnten alleine die obere Etage besetzen.
Am nächsten Tag mochte man kaum aus dem Fenster sehen. Aber wer hat schon mal die Hagia Sophia und Blaue Moschee fotografiert, wenn die Minarette im Nebel verschwinden?
Mittags aßen gingen wir in die bekannte Sultanahmet Köftecisi, was uns jedoch beim Betreten nicht bewusst war. Bevor wir uns sortiert hatten, wurde schon ein Teller Salat gebracht, dann gab es ein Tellerchen Köfte und Ayran als Getränk, ohne dass wir ein Wort gesagt hatten. Ein leckeres schnelles Mittagessen. Dann besuchten wir den großen Basar.
Donnerstag war ein freier Tag. Gemeinsam fotografierten wir beim Bahnhof und im Ägyptischen Basar. Anschließend besuchten einige die Süleymaniye Moschee. Wir anderen fotografierten auf der Galatabrücke. Es war interessant, den Fischern zuzuschauen.
Es wurden dort Tee und Handschuhe verkauft, bei den Handschuhen hätten wir beinahe zugeschlagen. Wir gingen durch kleine Gassen zum Galataturm hoch und fanden schöne Häuserfassaden und kleine Handwerksstuben.
Natürlich durfte das Cafe Ara Güler nicht fehlen, dort erhielten wir ein gutes Mittagessen. Zurück sollte es mit der Bahn gehen. Also fuhren wir mit der überfüllten Tram von Taksim nach Beyoglu.
Dort wollten wir mit der Zahnradbahn zur Galatabrücke den Berg herunterfahren.
Als wir aus der Tram ausstiegen, blickte man auf ein großes "M" für Metro. Eine Treppe führte nach unten. Also begaben wir uns in den Untergrund. Aber nach der Treppe kam ein weißer Tünel mit einer endlos langen menschenleeren Rolltreppe nach unten. Unten angekommen, war dort nichts weiter als eine weitere endlos lange menschenleere Rolltreppe nach unten, dann noch eine, noch eine und noch eine.
Von hinten gab es schon nach der ersten Rolltreppe Meutereien wegen Platzangst. Als wir endlich ganz unten im Herzen des Berges ankamen, erblickten wir einen Bahnsteig. Dort sah uns ein einsamer Bahnbediensteter etwas erstaunt an. Als wir nach "Zahnradbahn" fragten (weder das türkische noch englische Wort fiel uns ein) wies er uns mitleidsvoll den Weg nach oben. Wir waren unten bei der Metro angekommen. Aber einen Ausgang gab es nicht. So fuhren wir wieder sämtliche Rolltreppen hoch und fanden dann den Eingang zum Tünel, der Zahnradbahn. Also merke: Metro ist kein Tünel.
Am Freitag fiel aufgrund des Regens die geplante Bosporusfahrt aus. Wir besichtigten den Dolmabahce Palast. Sehr lange mussten wir draußen im Regen und Kälte auf den Einlass warten. Dann jagte uns ein Führer in einer größeren Gruppe in rasantem Tempo durch den Palast. Hochachtung vor demjengen, der sich jetzt noch erinnern kann was er sah. Danach trennten wir uns, einige machten die Tour zum Galataturm/Istiklal Caddesi und wir anderen überquerten mit dem Schiff den Bosporus nach Asien.
Dort haben wir türkisches Flair gesehen. Abends aßen wir im Restaurant Orient-Express beim Bahnhof Sirkeci.
Insgesamt war es eine schöne, harmonische und interessante Reise mit vielen Fotos.
unser Hotel war: Orsep Royal, jetzt heißt es Orka Royal
Orhan Pamuk, Istanbul, Erinnerungen an eine Stadt, Fischer Verlag, 9,95 EUR
Orhan Pamuk, Das schwarze Buch, Fischer Verlag
Stand vom 10.05.2011